Me, myself and I

Eine Selbstbeschreibung? Ich über mich? Seid ihr des Wahnsinns? Aber schön, wenn ihr es nicht anders wollt:

Wer ich bin? Ein ganz normaler sterblicher Mensch, der jeden Morgen aus dem Bett fällt, sich dann vor dem eigenen Spiegelbild erschrickt, um später seinen Nachtmahr zu satteln und mit diesem über die Strasse der Verdammnis in seinen Untergang, sprich die Sklavenarbeit zu reiten.

Ich könnte es ja auch in Form einer Kontaktanzeige schreiben: M, w, a, ff su. NfN. Zu kurz? Männlich, wahnsinnig, alt, faul und fett sucht Niemanden für Nichts. Das trifft es dann auch so ungefähr. Man könnte alles noch etwas präzisieren:

Quasi Alleinstehender Aussenseiter sucht niemanden für nichts, um nichts zu tun und es dabei zu belassen. Und zwar in Vollzeit. Dabei hat dieser Vollidiot auch gelegentlich mal Ambitionen lustig zu sein und/oder auch jenseits des Kellers zu lachen, was aber kein Muss sein muss. Melancholie und Zweckoptimismus in Verbindung mit Realismus und Monotonie des Alltags sind prägende und bestimmende Elemente des Daseins, die in vollster Zufriedenheit und Vollendung persönlich gepflegt werden.

Nebenbei und zwischendurch gefragt: Wäre es nicht adäquat, den Usus heterogener Termini zu minimieren? Es existiert ein Interesse an der generellen Rezession der Applikation relativ primitiver Methoden komplementär zur Favorisierung adäquater komplexer Algorithmen. 

Nebenher vollführt besagte Persönlichkeit geistige Sprünge von absoluter desaströser Dummheit bis hin zu gelegentlichen Höhenflügen der eher seltenen Natur. Wobei jeder Psychiater, der diese Person betreuen würde, freiwillig den Freitod als lebensbejahendes Element wählen würde. Chaos und Ordnung, sozusagen ein sortiertes Durcheinander sind dabei die Werkzeuge des Tuns im Netz der Netze und Ergebnisse des geistigen Ausflusses der morgendlichen Absonderung unter Zuhilfenahme stimulierender Getränke und anderer giftiger Substanzen zerstörerischer Natur.

Schluss mit lustig und ganz im Ernst. Ne, geht nicht. Denn obwohl andere durch den Kakao zu ziehen, oder über diese her zuziehen ja schon eine Art erfüllendes Leben sein kann, ist die Spur Selbstironie auch vorhanden. Das was bei anderen fehlt. Lieber selbst der Looser sein, der man nicht ist. Und wer dem ganzen Geschwafel jetzt so nicht ganz folgen kann, dem kann ich nur sagen:

Eine adäquate Selbstdarstellung über sich selbst zu schreiben geht gar nicht gut. Denn man ist entweder a) zu sehr von sich selbst überzeugt oder baut b) zu sehr auf die Meinung anderer oder hat c) gar keine Meinung über sich selbst. Und das eigene verzerrte Weltbild offen dazulegen ist Nonsens. Genauso wie das verzerrte Weltbild anderer zu übernehmen. Also belassen wir es dabei. Ich belasse es dabei.

Ich bin einfach nur Ich. Eine Person, ein Pünktchen unter „ferner liefen“ im Internet. Und so kommt dann eben als Antwort auf die berühmt-berüchtigte Frage, wer ich bin, gern und oft auch ungern eine unqualifizierte Antwort. So zum Beispiel, je nach Laune und Gegenüber, das markante Ich bin Ich über definitiv nicht dein zukünftiger Ex bis hin zu Dein schlimmster Alptraum. Dass muss dann auch reichen. Und tut es ebenso. Nennt man Mauer.

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Seit geraumer Zeit gibt es schon die Seite »Wer ist er?«. Um genau zu sein, so lange wie dieses Blog existiert. Und trotzdem hat sich an der Selbstdarstellung nicht viel verändert. Obwohl ich als Person kein Selbstdarsteller bin. Ich bin eher der graue Schatten im Hintergrund, der den Mittelpunkt scheut.

 
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One Response to Me, myself and I

  1. Ich mag dich – das hilft vielleicht niemanden, aber es ist so.