Was wäre wenn …

Was wäre wenn. Wäre die Welt zum Beispiel besser ohne Religionen? Wohl kaum. Der Mensch hat nun einmal das tiefe Bedürfnis, an etwas zu glauben. Wir sind immer noch umgeben von mystischen Elementen des Lebens, die wir nicht verstehen.

Eine Religion ist dazu da, um den Menschen im Alltag Halt zu geben und diesen inneren Drang, an etwas zu glauben, zu befriedigen. Eine Religion gibt dem Menschen eine gewisse Art der Systematik, den Tag zu ordnen. System im Chaos des Lebens.

Das Problem sind nicht die Religionen. Das Problem ist, was Menschen aus den Religionen gemacht haben und was diese dann aus den Menschen machen.

Das Beispiel dafür schlechthin sind religiöse Fanatiker. Fanatiker, die die eigene Religion über das Allgemeinwohl heben, es als das unumstrittene Nonplusultra hinstellen, was eine Religion niemals sein darf. Im Namen der Religion zu töten, dass ist in etwa so alt wie die Religionen selbst.

Quod sumus, hoc eritis. Fuimos quandoque, quod estis.
(Was wir sind, werdet ihr sein. Was ihr seid, waren wir einst.)

Was wäre eigentlich, wenn Jesus nicht am Kreuz gestorben ist? Die ganze Doktrin nicht nur einer Religion wäre komplett hinfällig, die gesamten Religionen fußten nur auf einer Lüge. Eines ist sicher, dass das gesamte Christentum auf Lügen, Machtgier und Betrug aufgebaut ist. Mit dem Urchristentum hat es überhaupt nichts mehr zu tun. Und das nicht erst seit dem Konzil von Nicäa. Dort wurden nur Richtlinien festgelegt, Macht erhaltende Glaubensfragen als Richtlinie eingesetzt, andere Glaubensfragen verbannt.

Allein die Geschichte um Jesus, ob oder ob er nicht am Kreuz gestorben ist – allein diese einzige Frage würde das gesamte Religionsgefüge um Christentum, Islam und Judentum zum Einsturz bringen. Hinduismus und Buddhismus wären nicht betroffen, das eine ist keine monotheistische Religion, sondern beherbergt noch mehrere Götter, in der anderen sind die Menschen und deren Seelen selbst göttlich – je nach ihrem Tun. Vatikan und die Lehre der Imams glauben nicht an die Wahrheit. Eine Wahrheit ist immer nur die Sichtweise aus einem bestimmten Winkel, unter weglassen oder zufügen von Tatsachen. Und geschichtliche Tatsachen sind definitiv nur eines: Annahmen. Wir nehmen an, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, weil auf dem Konzil von Nicäa beschlossen wurde, dass es so war. Wirklich beweisen kann niemand etwas.

Was wäre also wenn – die kirchlichen Doktrinen der drei abrahamitischen Religionen ad absurdum geführt werden würden? Würde das Gefüge der Welt zusammenbrechen? Nein. ‚Denn auch der einen Seite gäbe es immer noch die religiösen Fanatiker, die an ihrem Glauben festhalten und auf der anderen Seite der fortschrittliche Geist, der die wahrhafte Spiritualität wieder entdecken würde.

Der Mensch kann eben nicht ohne Religion auskommen. Wir brauchen etwas, dass uns im Leben stützt, an dem wir festhalten können und eben auch zur Rechtfertigung dient. Religion ist Opium fürs Volk. Und eine Schrift, auch eine heilige Schrift, ist allenfalls nur so viel Wert wie ihr Schreiber. Wenn dieser selbst bewusst nicht lügt, aber in gutem Glauben die Wahrheiten zu deuten versucht, ist doch immer noch nicht die Wahrheit. Demzufolge sind drei Bücher weit entfernt von der Wahrheit, wenn nicht gar mehr: Koran, Bibel und Talmud. Denn alle drei fußen auf der gleichen „Wahrheit“, haben einen gemeinsamen Hintergrund, ein gemeinsames Spielfeld, eine gemeinsame Doktrin.

Wenn eine Religion wirklich wahrhaft ist, dann ist es die der Naturvölker. Auch wenn dabei Götter oder Götzen angebetet werden, die nicht für dieses oder jenes verantwortlich sind, weil es eben natürliche Dinge sind, so sind sie dennoch näher an der Wahrheit als die meisten der großen Religionen zusammen. Also lieber Sonne oder Mond anbeten, Jupiter und Mars, als einem allmächtigen Wesen alles zugestehen? Was wäre, wenn die christliche und islamische Religion der Lüge überführt wurde – was ja schon öfters passierte als jeder glauben mag – und damit ad absurdum, die Menschen nicht mehr an die göttliche Wahrheit glauben, würde es das Chaos auf der Welt geben? Gewiss nicht, auch wenn die Religionshüter dies gern erklären. Jahrtausende der Indoktrination haben ihre Spuren hinterlassen und sich in den Köpfen und Gedanken manifestiert. Wirklich unvoreingenommen sind nur Neugeborene – alles, was nach der Geburt passiert, gelehrt wird, fußt immer noch auf den Lehren jener Religionsgründer.

Religion ist Macht. Für die, die diese vertreten. Macht über andere, die diese glauben. Das war schon immer so und wird immer so bleiben. Selbst in den alten Religionen, weit vor Christentum und Islam, waren die Religionshüter die Mächtigen. Sie nutzten schon immer die Sehnsucht der Menschen nach der spirituellen Wahrheit aus. Religion ist Politik. Glauben ist Macht. Wir können zwar ohne Religion leben, aber nicht ohne den Glauben.

Wer glaubt, unvoreingenommen an eine Sache herangehen zu können, dem wäre eine Seite ans Herz gelegt, um diese weit ab vom persönlichen Glauben zu interpretieren:

https://www.zeitenschrift.com/artikel/reinkarnation-die-grosste-luge-der-kirche#.VubnF_nhCUn

 
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3 Responses to Was wäre wenn …

  1. LePenseur says:

    Your Darkness,

    Wäre denn eine Welt, die an Reinkarnationen glaubt, wirklich besser? Gerade in Indien und Südostasien führt der Glaube ns „Karma“ zu fast unglaublicher Gleichgültigkeit gegenüber dem Elend der Mitmenschen. Hat eben sein letztes Leben verbockt, soll also nicht klagen …

    Mal davon abgesehen, daß eine Reinkarnation ohne das (wenigstens halbwegs klare) Wissen um das „Vorleben“ etwa so sinnvoll ist, wie ein Kind zu strafen, ohne ihm zu sagen, was es eigentlich falsch gemacht hat.

    Wenn schließlich die Reinkarnation noch speziesübergreifend angenommen wird, dann wird der Absurdität Tür und Tor geöffnet: ein Handeln, das für Löwen natürlich ist, wird verurteilt (womit ein Raubtier wie ein Löwe quasi per Geburt die Arschkarte gezogen hat). Dafür binden sich Jains Tücher vor den Mund, um Mücken nicht irrtümlich zu verschlucken, und dulden jedes Ungeziefer.

    Sorry – aber dagegen sind die dubiosen Festlegungen des Nicäno-Constantinopolitanums auch nicht abstruser!

     
    • Dark Lord says:

      warum ist eine Reinkarnation schlecht? Die Reinkarnation ist nicht das Schlechte, sondern dass, was die Religionen daraus gemacht haben. Die Grundgedanken einer fast jeden Religion ist an sich nicht schlecht. Nur eine Religion beinhaltet Menschen, und wo Menschen agieren, agieren Gier und Machtdenken. Das ist der Fehler.

       
    • Dark Lord says:

      Nochmal zur Reinkarnation: wenn wir die Reinkarnation ad acta legen, als ad absurdum führen, verleugnen wir dann nicht auch die menschliche Seele? Der Gedanke der Reinkarnation ist doch, gutes zu tun, um im nächsten leben aufzusteigen?