Ein Blick in die Zukunft

Gehen wir mal 30 Jahre vorwärts und blicken dann zurück. Ich werde wahrscheinlich, wenn die aktuellen Pläne mit Rente ab 70 durchgesetzt werden, immer noch durch Küchen krauchen, mit der Krücke in der einen Hand und dem Beatmungsgerät in der Anderen.

Natürlich frei von jeglichen Geschmackssinnen, blind an den Geräten herumtastend, um wenigstens etwas Halbgares hinzubekommen. Die Töpfe bewegen sich dann hoffentlich per Vorrichtung an die entsprechenden Plätze, weil die Hände ja schon voll sind. Und ein einziger Arbeitstag dauert dann auch dementsprechend die fünffache Zeit, da mit dem Alter auch die Arbeitsgeschwindigkeit nachlässt. Schließlich müssen zwischendurch drölfzig Tabletten geschluckt werden, der stets und ständig begleitende Altenpfleger mosert ständig mit dem Chef herum. Eine vernünftige und produktive Arbeitsleistung ist dann schon etwas anderes, aber ist ja auch egal – Hauptsache man geht bis 70 arbeiten.

Nun würden sicher einige meinen, der medizinische Fortschritt ist bis dahin sicherlich soweit, um die alten Säcke und SäckInnen solange arbeitsfähig zu halten, dass sie zumindest noch die Leistung eines Mitfünzigers bringen können. Doch eine Medizin, die nur an den Symptomen herumdoktert, anstatt eine wirkliche Heilung zu bringen – die ja kein Geld mehr mit den Symptomen verdienen läßt – die kann auch keine Wunder in dieser Hinsicht vollbringen. Also wird weiter so gealtert, wie bisher gealtert wird und nur die Zahl der Tabletten wird steigen, die täglich einzunehmen sind. Keine ewige Jugend, also weiter an Krücken durch die Küche krauchen.

Dann steht ja noch die Geschichte im Raum mit den vorhergesagten 5 Weltuntergängen pro Jahr, also in 30 Jahren dann 150 laut Adam Riese. Sollte einer davon zutreffen? Unwahrscheinlich laut der Statistik, die besagt, dass wir in den letzten 100 Jahren, trotz vieler Vorhersagen, immer noch keinen Weltuntergang hatte. Auch wenn der Wunsch der Vater des Gedankens ist „Herr, lass das mit den Hirnen, nimm gleich Steine“ – der alte Mann, der Übervater des Universums namens Gott hat die letzten 2000 Jahre schon nicht zugehört, warum sollte er es in den nächsten 2000 Jahren tun? Keine Apokalypse, also weiter durch die Küche krauchen.

Ebenfalls unbeantwortet in dieser Vision ist noch die Frage mit dem dritten Weltkrieg, da ja schon sämtliche mit den ersten beiden zugetroffen haben. Haben wir nicht schon seit einigen Jahren zur Zeit einen Weltkrieg? Wenn man sich einmal die Anzahl der Länder betrachtet, in denen rumgeballert wird und wer da alles mitmischt, dann haben wir den ja schon. Und die Supermächte werden einen Teufel tun, die ganzen richtig dicken Wummen rauszuholen, sprich die Atomwaffen, weil sie genau wissen, dass danach nichts mehr zu regieren ist. Nur die Drohung hilft, weiter mit der Angst der Menschen davor zu spielen. Also, keine völlig zerstörte Welt, nur der normale Wahnsinn und das heißt, weiter an Krücken durch die Küche zu krauchen.

Das Berufsbild wird sich ebenfalls geändert haben. Denn wir werden weg sein von den schweinischen Gerichten und mehr flatternde Tiere, muhende und brummende Tiere oder gar keine Tiere mehr verarbeiten. Vielleicht ist dann die Gentechnik endlich soweit, dass man nur noch eine übergroße Kartoffel für 100 Personen braucht, diese auch nicht mehr schälen muss und beim anstupsen wird sie von selbst in portionsgerechte Stücke zerfallen. Das spart natürlich eine Menge Arbeit, gerade wenn man an Krücken durch die Küche kraucht. Aber nein, der Replikator wird weiterhin Utopie bleiben, da die Menschheit nicht aus dem zweidimensionalen schwarz-weiß-denken herausgewachsen sein wird. Kluge Köpfe werden zur Mangelware und werden eher für die todbringenden Erfindungen gebraucht als für nutzbringende. Das ist nicht der Lauf der Welt, aber der der Menschheit. Keine bahnbrechenden Erfindungen in der Zukunft – also weiter an Krücken durch die Küche krauchen.

Positive Tendenzen? Sehe ich im Moment zu wenige, also warum soll es in 30 Jahren anders sein? Also bloß nicht gesund leben, um nicht alt zu werden. Die Jahre noch genießen, die man hat und weiter an der Gesundheit sägen, rauchen, trinken und Koffein bis zur Explosion der Lebenspumpe konsumieren. Aber bloß nicht an Krücken durch die Küche krauchen.

 
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2 Responses to Ein Blick in die Zukunft

  1. Adelhaid says:

    Dann hoffe ich nur, dass es in 30 Jahren noch Krücken gibt. 😉