Ein A auf Reisen…

Es war einmal. Nein, es ist noch da. Und sucht immer noch seine B-Seite. Aber wie es sich auch dreht und, es sieht.von rechts wie auch von links immer gleich aus. So singt es traurig ein Liedchen in C-Dur und trampelt einsam und verzweifelt durch Deutschland.

Ohja, einsam ist es. Denn alle lieben nur das E und seine überaus starke Präsenz im gesamten Wortschatz. Doch mit dem E kann sich das A nicht anfreunden, obwohl beide aus der gleichen Familie der Vokale kommen. Doch Extravaganz und Egoismus liegen dem A fern, obwohl es immerhin ja das erste ist. Solch einen Fauxpas möchte es einfach nicht begehen.

So irrt es weiter ohne Gesellschaft und steigt irgendwann in einem Hotel ab, dass irgendwo im Nirgendwo liegt. Und das Nirgendwo, ganz klar, ist bekannt als Gelsenkirchen. Interessantes gibt es da überhaupt nicht, aber Igel immerhin. Doch mit Igeln kann das kleine A nichts anfangen , schließlich ist es ein Buchstabe und kein Tier.

Irren ist buchstäblich, sagt sich das A, und reißt weiter nach Jemen. Zumindest war da mal was los, aber einen Gefährten hat es immer noch nicht gefunden. Ich will Kühe, lila Kühe. Diese gibt es dich irgendwo. Doch leider hat unser A im Jemen auch nach längerer Suche keine gefunden, so wandert es schließlich und verdrießlich weiter.

Irgendwann steht es oben auf einer Klippe und fragt sich, wie es überhaupt dahin gekommen ist. Doch dann fällt es ihm wieder ein. Natürlich mit dem Luftschiff, dass es irgendwo aufgelesen hat. Das haben ja Luftschiffe so an sich, lesen alles auf, was durch die Gegend streunt und statt es dahin zu bringen, wo es hin will, wird es wieder im Irgendwo sitzen gelassen.

So geht das nicht weiter denkt sich das A. Ich versuche mal die Macht.einzusetzen, wie es Yoga einst gelehrt hatte. Doch seine Macht war einzig die des geschriebenen Wortes, nicht die, seine B-Seite zu finden. Und das Nirvana der geistig Schwachen damit zu durchforsten stellt sich ja als unmöglich heraus.

Dann versuche ich es halt mit Opium denkt sich das A und gibt sich die volle Dröhnung. Doch auch wenn.nur Punkte statt kompletter Satzzeichen vor seinen Augen tanzen, ist es immerhin noch so klar, dass es erkennt, dass Q nur in der Serie Enterprise vorkommt und auch sonst in Texten nur mäßig verwendet wird. Sehr selten sogar, viel seltener als das A.

Der Rausch ist verflogen nach einem langen Schlaf voller Alpträume. Doch auch die Einsicht, dass das Delirium nichts gebracht hat ausser sinnlosen und beängstigenden Träumen, hat das A immer noch nicht an das Ziel seiner wünsche gebracht.

Und zu allem Unglück hat sich unser A auch noch verlaufen. Und wir mit einem Verbaldurchfall konfrontiert, den ein zufällig getroffener sogenannter Weiser von sich gab. weiße lassen ja verbal immer irgendwelche Ausfälle als Weisheiten fallen. Doch das A hebt den Müll nicht auf, nein, es weigert sich beharrlich. Lieber spielt es mit einem daher gelaufenen Xylofon eine alt hergebrachte Weise und verabschiedet sich wohlweislich auch wieder ganz schnell. Zuviel Weises, nach dem Verbaldurchfall nicht unbedingt dass, was unser A überhaupt sehen will.

Doch erst einmal wird eine Yams-Wurzel konsumiert, nach dem ganzen Erlebten auf der Reise ist es tierisch hungrig. Und läuft völlig fix und fertig einfach weiter.

Irgendwann trifft unser völlig deprimiertes A auf das Z und äußert seinen Wunsch, seine B-Seite kennen zu lernen. Aber das ist doch ganz einfach sagt das Z, wer A sagt, muss auch B sagen. So ist der Lauf der Dinge. Und seither freut sich das A immer wieder auf das ehrlich gemeinte B. Denn schließlich ist das ja seine Kehrseite, die nicht immer nur schlecht sein muss.

 
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One Response to Ein A auf Reisen…

  1. Adelhaid says:

    Also diesen Post – einmalig! – könntest du auch in eine Blogparade integrieren, wo ich soeben auch mit jenem Post teilnahm: http://www.blog.adelhaid.de/2016/01/blogparade-mein-absurdestes.html
    Ich weiß nicht, ob dass dem Anrreger der Parade gefallen wird, mir hingegen hat es gerade eben sehr zugesagt.