Gastbeitrag: Das bitterböse Komma!

In Selbstbeschreibungen, die ich in vielen Foren und anderen Internetpräsenzen schon zum Besten gegeben habe, schreibe ich gern davon, dass mir die Verschandelung der Sprache heutzutage ziemlich missfällt. Ich habe ich dem „Alter“ „Digga“ und all den anderen Verschandelunen den Kampf angesagt und schreibe gern in „gehobener“ bzw. angemessenen, deutschen Sprache.

Ich kann aber auch hin und wieder – und nicht selten – auch in Schachtelsätzen schreiben. Und dann kommt da ein bitterböser Strich, wie so ein kleiner fieser Kobold um die Ecke: Das Komma!

Man lernt diese kleine, freche Ding bereits in der Grundschule kennen, als Gliederungszeichen und somit gehört das Komma zur gleichen Familie wie beispielsweise der Gedankenstrich und die Klammern, aber die beiden sind viel friedlicher als das Komma. Warum das Komma so bitterböse und gemein ist, lernt man normalerweise auch recht früh, denn irgendwann spricht es sich mit den Deutschlehrern ab. Es will eben ganz anonym seinen Schabernack treiben. Dafür muss es aber unerkannt bleiben, also bittet es eben darum in Diktaten nicht mehr erwähnt zu werden.

In meinem Fall müssen viele Deutschlehrer und -Lehrerinnen taub gewesen sein oder die Bezahlung nicht gut genug, denn ich habe bis zur 10. Klasse immer brav das Komma mit diktiert bekommen – es hatte also nicht die Möglichkeit irgendwas anzurichten.

Als ich dann aber mit Grafik Design anfing, was eine sehr theoretische Ausbildung ist, wurde ich im Deutschkurs nicht nur mit der allerneuesten Rechtschreibung konfrontiert, nein die Dozentin muss auch einen teuflischen Vertrag mit dem bitterbösen Komma abgeschlossen haben, denn sie hat es nicht namentlich erwähnt bei Diktaten. Zuerst dachten wir alle noch, das wir das Komma schon erwischen könnten, da sie uns sagte sie würde eine hörbare Pause machen, wo das Komma erscheinen sollte, dies fiel dann aber so aus, das sie überall wo keines hin kam eine Pause machte…

Diesen Umstand hat das bitterböse und gemeine Komma dann dazu genutzt um mich völlig zu verwirren und so kommt und geht es durch meine Texte wie es will. Und um das Ganze noch ein wenig spaßiger zu Gestalten, hat sich das Komma das „s“ vom dass geschnappt und tanzt Tango durch meinen Kopf.

Was dabei raus kommt, sind Texte mit Rechtschreibfehlern ohne Ende – und das obwohl mir die richtige Rechtschreibung sehr wichtig ist!

Böses, sadistisches Komma dieses!

 
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6 Responses to Gastbeitrag: Das bitterböse Komma!

  1. Dark Lord says:

    Da fehlt ein Komma und Schakal hat die Stelle gefunden … hihi.

    Darf ich vorstellen, Gast-Autorin Ichigo-Komori von https://ichigokomori.wordpress.com/

     
  2. Schakal says:

    Ich bin während meiner Grund- und Realschulzeit mit 3 verschiedenen Rechtschreibreformen groß geworden. Einmal die ganz alte, dann eine ziemlich übertriebene und dann kurz später nochmal abgeschwächte, jetzige Variante. Inzwischen schreib ich aber auch größtenteils so, wie es mir gefält. Insbesondere (was eigentlich Ins Besondere geschrieben wird) bei sinnfreien Worttrennungen weigere ich mich bis heute, diese „richtig“ anzuerkennen, was eigentlich an zu erkennen geschrieben werden soll. Mit Satzzeichen tu ich mich nicht so schwer, da ich als Schachtelsatzfreak doch schon darauf achten muss, diese richtig zu setzen.

     
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